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Adverbien / Adverbs [ˈædvɜːbs] und adverbiale Gruppen / Adverbial Phrases

Diese Seite beschäftigt sich mit dem Thema Adverbien und Adverbiale Gruppen: Was sind Adverbien und worin unterscheiden sie sich zu adverbialen Gruppen? Wie werden sie im Englischen gebraucht? Wie lassen sich Adverbien von Adjektiven unterscheiden?

I.a. Was sind Adverbien?

Adverbien (zu gut Deutsch auch: Umstandswörter) bilden eine Wortart, die gemischter nicht sein könnte. Traditionell handelt es sich um einzelne Wörter, die Verben (vgl. 1a) sowie andere Wortarten und Satzbestandteile modifizieren: So können sie auch Adjektive (vgl. 1b) oder andere Adverbien (vgl. 1c, hier eine adverbiale Gruppe) näher bestimmen sowie Sätze verknüpfen (linking adverbs, vgl. 1d). Vergleiche dazu die folgenden Sätze (die Adverbien sind rot markiert, die jeweils modifizierten Einheiten grün):

1a George stroked his girlfriend’s hair gently.

1b Cindy is a very competent teacher.
1c Shakespeare chose his language very carefully.

1d A Porsche is an expensive car. Besides, I don’t have the money to buy one.

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I.b. Was sind adverbiale Gruppen?

Adverbiale Gruppen sind Wortgruppen (im Gegensatz zu Einzelwörtern, s. Adverbien oben), welche die gleichen Funktionen wie ein Adverb übernehmen können.

2a Every Monday she appears at work tired and worn out.
2b Please spend your money very wisely.

2c Have you ever been to Europe?
2d In spite of having a voice like sandpaper, Sally managed to deliver an excellent speech.

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II. Klassifikation von Adverbien und Adverbialen Gruppen

Man kann Adverbien und Adverbialgruppen nach ihrer Funktion einordnen, typischerweise in Gradadverbien, Adverbien der Art und Weise, des Ortes und der Zeit (allesamt semantische Klassfikiationsmerkmale). Daneben gibt es aber auch noch syntaktische Klassifikationskriterien, wie z.B. bei den linking adverbs, die Sätze miteinander verknüpfen.

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II.a. Gradadverbien / adverbs of degree

Gradadverbien haben verstärkende (vgl. 2a-c), abschwächende (vgl. 3a-c) oder einschränkende Funktion (vgl. 4a-c).

2a Boris Becker was a very good tennis player.

2b I entirely agree.
2c The girl was completely taken by surprise.

3a The Queen was quite amused.
3b That was rather a difficult exam.

3c He’s given almost all of his money to charity.

4a Megan is new in New York. She hardly knows anyone there.

4b Little did she know what was about to happen.
4c Why did she invite him in? She barely knows him.

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II.b. Adverbien der Art und Weise / adverbs and adverbial phrases of manner

Adverbien und Adverbialgruppen der Art und Weise drücken aus, wie etwas (in der Regel eine Handlung) geschieht. Sie bestimmen ein Verb näher.

5a He kissed her forehead gently.
5b Very surprisingly she passed her final exams.

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II.c. Adverbien und adverbiale Gruppen des Ortes / adverbs and adverb phrases of place

Adverbien und adverbiale Gruppen des Ortes geben an, wo etwas geschieht oder in welche Richtung eine Handlung zielt. Die Spannweite reicht von einfachen Orts- und Richtungsadverbien (vgl. 6b bzw. 6c) bis hin zu den schier beliebig erweiterbaren Präpositionalgruppen (vgl. 6a, 6d und 6e):

6a Why don’t you come with us to Marco Island?

6b It’s very warm and sunny there.
6c Where are we going on holiday this year?
6d I really don’t want to climb up the hill.

6e Nothing bugs me when I’m in my garden.

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II.d. Adverbien und adverbiale Gruppen der Zeit / adverbs and adverb phrases of time

Adverbien und adverbiale Gruppen der Zeit drücken einen temporalen Bezug aus:

7a When in Florida, you have to go to the beach every day.
7b Most stores in Madrid are closed at noon.

7c Today I had a really bad day. It all started with a disturbingly bad nightmare in the morning
7d Before you reach the summit of Mount Everest, you have to endure a real ordeal.

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II.e. Adverbien und Adverbiale mit verknüpfender Funktion / linking adverbs (auch: conjunctive adverbs)

linking adverbs werden oft auch als conjunctive adverbs bezeichnet, da sie wie Konjunktionen satzverknüpfende Funktion haben. Sie eignen sich hervorragend zur logischen Strukturierung von Argumentationen und Gedankengängen, da sie Kontraste, logische Schlussfolgerungen und andere Relationen herstellen.

Linking adverbs stehen am Satzanfang und werden dann durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt (vgl. 8a, 9a, 10a). Einige können aber auch im Satz stehen, dann allerdings ohne Komma und mit leicht anderer Bedeutung (vgl. 8b, 9b). Streng genommen handelt es sich dabei nur noch um Adverbien, nicht um linking adverbs.

Eine ausführliche Liste von linking adverbs findest du im englischen Wikipedia-Eintrag.

8a Finally, let me tell you how grateful I am to talk to you tonight.
8b Let me tell you how grateful I am to finally talk to you tonight.

9a Peter drinks five pints of beer every day. Eventually, this will pose a risk to his health one day.
9b Peter drinks five pints of beer every day. This will eventually pose a risk to his health one day.
10a “In”, “at” and “on” are all prepositions with simple meanings. Again, this is not to say that you don’t have to learn their idiosyncrasies.

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III. Zur Bildung von Adverbien

Das Englische kennt eine Reihe sogenannter nichtabgeleiteter Adverbien (non-derived adverbs), dazu gehören insbesondere Zeitadverbien (now, then, today, tomorrow, yesterday, seldom, often) und Ortsadverbien (here, there, everywhere, wherever). Diese Wörter findest du im Wörterbuch, d.h. sie sind lexikalisiert.

Daneben gibt es eine grammatische Regel, über die Adjektive zu Adverbien abgeleitet werden können: durch Anhängen (Suffigierung [suffixation]) von -ly: rare → rarely, great → greatly, systematic → systematically usw.

Die meisten so gebildeten Adverbien finden sich nicht im Wörterbuch – es sei denn, sie sind so selbständig geworden, dass sie eine von der Regel abweichende Bedeutung angenommen haben (z.B. hardlykaum).

Bei der Bildung von Adverbien aus Adjektiven gilt es ein paar wichtige Regeln zu beachten:

  • Endet das Adjektiv auf -ly (z.B. friendly), so kann keine Ableitung stattfinden. Stattdessen wird mit in a … way umschrieben (in a friendly way) (vgl. Beispiel 17 unten).
  • Endet das Adjektiv auf -y, so wird dieses zu -i-: happy → happily, lucky → luckily, clumy → clumsily etc.
  • Einsilbige Adjektive auf -y behalten diese Endung jedoch bei – oder erlauben beide Formen: dry → dryly / drily, gay → gayly / gaily, wry → wryly, shy → shyly
  • Enden Adjektive auf -le, so endet das Adverb meist auf -ly: simple → simply, able → ably
  • Endet das Adjektiv auf -ic, so endet das Adverb auf -ally: systematic → systematically, pragmatic → pargamtically, ecstatic → ecstatically. Aber es gibt Ausnahmen: public → publicly, chic → chicly, cyclic → cyclically / cyclicly, impolitical → impolitically / impoliticly
  • Stumme -e entfallen ganz: true → truly, due → duly, single → singly. Es gibt aber auch Ausnahmen: sole → solely

Es hat keinen Sinn, all diese Regeln auswendig zu lernen. Grammatische Regeln werden nie als solche angewandt, sondern immer nur durch Analogie gebildet. Daher ist es wichtig, die Bildung der Adverbien immer wieder zu üben und sich so die Einzelfälle auf Dauer einzuprägen.

17 When we got lost, we had to ask for the way. A passer-by gave us directions in a very friendly way.

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IV. Zur Verwendung von Adverbien mit Verben und Substantiven

Soll ein Verb näher beschrieben werden, so wird in der Regel ein Adverb (und kein Adjektiv) verwendet. Adjektive hingegen beschreiben Substantive (Nomen) näher. Als Faustregel gilt: Ist nach dem Wie wird etwas getan? gefragt, so folgt ein Adverb (vgl. 11a, 12a, 13a); ist nach dem Wie ist etwas? gefragt, so folgt ein Adjektiv (vgl. 11b, 12b, 13b):

11a James plays soccer very artistically.
11b James is a very good soccer player.

12a Sandra knows how to pass English class tests brilliantly.
12b Sandras last English class test was brilliant.

13a Please behave properly in public.
13b Your public behavior is very proper.

Insbesondere Verben der Sinneswahrnehmung (insbesondere look, taste, smell, feel u. dgl.) beschreiben den Zustand einer Sache, nicht die Art einer Tätigkeit, daher folgen hierauf Adjektive und keine Adverbien: In 14a wird der Zustand der Suppe beschrieben (daher folgt ein Adjektiv: Wie ist die Suppe? Schrecklich), 14b hingegen beschreibt, wie der Küchenchef die Suppe probiert (daher folgt ein Adverb: Wie schmeckt der Küchenchef die Suppe (ab)? Vorsichtig). Ähnlich verhält es sich mit den folgenden Beispielen:

14a The soup tastes awful.
14b Aber: The chef tastes the soup carefully.

15a Mary was lost. She looked so miserable.
15b Aber: Mary was lost. She looked around miserably.
16a The apple smells so delicious.

16b Aber: She smelled the apple suspiciously.

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V. Zur Unterscheidung von Adverbien und Adjektiven

In manchen Fällen kann es (gerade für Anfänger) schwierig sein, Adverbien und Adjektive voneinander zu unterscheiden. Dies kann mehrere Gründe haben:

  • Manche Adverbien haben dieselbe Form wie ihre Adjektive: fast, hard, clean, damn [sehr salopp!], pretty (vgl. 18 – 21). Bei einigen von Ihnen gibt es eine zweite, reguläre Adverbform, die aber eine ganz andere Bedeutung hat (vgl. 23).
  • Manche Adjektive haben augenscheinlich adverb-ähnliche Endungen (-ly): silly, friendly, chilly
  • Manche Adverbien unterscheiden sich nur minimal von ihren Adjektiven: every day (Adverb) vs. everyday (Adjektiv) (vgl. 22a und b)

Für alle diese Sonderformen gilt, dass sie einzeln gelernt werden müssen. Feste Regeln gibt es leider nicht, jede Sprache hat ihre Eigenheiten (idiosynratische Merkmale).

In den folgenden Beispielen sind die Adverbien rot, die Adjektive grün markiert:

18Why do you drive so fast? – Because my Porsche is such a fast car.

19The house is not clean yet. Haven’t you cleaned it? – Oh, sorry, I clean forgot.

20I can’t get this damn computer to work. I damn well know why I didn’t want to buy it in the first place.

21aSalma Hayek is a very pretty actress.
21bSalma Hayek is a pretty successful actress, as well.

22aI learn English every day.
22bTalking to my English friends is my everyday English practice.

23aShania has had a very hard time. Yet, she’s working hard to get over it.
23bHow are we supposed to make friends with her? We hardly know her.

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For Bookworms – Weiterführende Literatur & Links

Im folgenden Infokasten findest du weiterführende Literatur und Links zum Thema.

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