Diese Seite erläutert die Zeiten (Tempora), Zeitformen und Grundtempora der englischen Sprache anhand zahlreicher Beispielsätze und interaktiver Übungen. Falls du Fragen oder Verständnisschwierigkeiten hast, wende dich bitte ans Forum.
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Überblick über die englischen Zeitformen: Grundtempora, Simple- und Futur- Formen, Aspekte
Die englische Sprache verwendet, wie alle Sprachen, verschiedene Verbformen, um auszudrücken, wie sich das Gesagte in der Zeit verhält. So gibt es Formen für die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft eines Verbes. Diese grundsätzlichen Verbformen werden allgemein Zeiten (Tempora, Einzahl: Tempus) genannt.
In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird viel darüber diskutiert, was als eigenständige Verbform und somit als eigentliches Tempus gilt. Auf dieser Seite sollen die Zeitformen so vorgestellt werden, wie sie in gängigen Grammatiken anzutreffen sind.
Als Tatsache wird hingegen einstimmig akzeptiert, dass das Englische zwei sogenannter Grundtempora kennt, auf welchen alles Gesagte und Geschriebene aufbaut. Es sind dies die Present Tense- und Past Tense-Gruppe. Eine jede Geschichte, jeder Eröterung, jede Erzählung in Wort und Schrift baut auf diesen zwei Gruppen auf:
- das Present Tense (z.B. Present Simple bzw. Simple Present, vgl. 1a) wird zum Ausdruck einer Handlung mit Bezug zur Gegenwart (als gegenwärtig oder gegenwärtig relevant) verwendet,
- das Past Tense (z.B. Past Simple bzw. Simple Past, vgl. 2a) wird zum Ausdruck einer Handlung mit Bezug zur Vergangenheit (als vergangen und abgeschlossen) verwendet.
1a Today is a sunny day.
1b We are sunbathing on the beach right now.
1c The rain has just stopped.
1d We will go back home later today.
2a May 1, 1983 was a sunny day.
2b We were sunbathing on the beach when the rain returned.
2c The rain had stopped just before dawn.
2d We knew instantly we would go back home soon.
Diese zwei Tense Groups fixieren also das Grundtempus, die zugrundeliegende Idee von der Gegenwärtigkeit bzw. Vergangenheit der beschriebenen Handlung. In anderen Worten könnte man diese gegensätzlichen Ideen auch als Offenheit oder Nichtabgeschlossenheit der Gegenwart der Abgeschlossenheit der Vergangenheit gegenüberstellen. Die Grundtempora können darüber hinaus aber noch weiter modifiziert werden: mit Hilfe der sogenannten Aspekte (Aspects).
Aspekte modifizieren ein Tempus, um z.B. eine (auf das jeweilige Grundtempus bezogene) gerade im Verlauf befindliche Handlung auszudrücken (der Progressive Aspect, auch Continuous genannt). In dem Falle wird für die Present Tense Group das sogenannte Present Progressive (bzw. Present Continuous) verwendet (vgl. 1b). Eine derartige Verlaufsform gibt es auch für die Past Tense Group, die dann Past Progressive (bzw. Past Continuous) heißt (vgl. 2b). (Anmerkung: Die Begriffe Progressive und Continuous sind bedeutungsgleich und beziehen sich beide auf dieselben Formen der jeweiligen Tense Group, daher soll der Einfachheit halber nur noch vom Progressive die Rede sein.)
Ein anderer Aspekt drückt Vorzeitigkeit gegenüber dem gewählten Grundtempus aus: der sogenannte Perfective Aspect. Für die Present Tense Group heißt diese Verbform Present Perfect (vgl. 1c), für die Past Tense Group entsprechend Past Perfect (vgl. 2c).
Wohl gemerkt: Das Grundtempus bleibt auch bei der Verwendung eines Aspekts erhalten, es wird hierdurch nur weiter modifiziert, um z.B. Vorzeitigkeit der Gegenwart (Present Perfect, 1c) oder Vorzeitigkeit der Vergangenheit (Past Perfect, 2c) auszudrücken. Oder auch, um eine im Verlauf befindliche Handlung in der Gegenwart (Present Progressive, vgl. 1b) oder Vergangenheit (Past Progressive, vgl. 2b) ausdzurücken.
Jetzt wird auch klar, warum das Present Tense bzw. Past Tense eigentlich keine Tempusformen an sich sondern Gruppen verschiedener Tempusformen darstellen: Sie vereinen allesamt in sich jeweils eine Simple Form (Present Simple bzw. Simple Present im Present Tense und Past Simple bzw. Simple Past im Past Tense) und darüber hinaus die durch die Aspekte modifizierten Progressive und Perfect(ive) Varianten.
Ob die Aspekte jetzt als Modifizierer (also nichteigenständige Verbformen) oder eigenständige Verb- und damit auch Zeitformen (Tempora) angesehen werden, sei der linguistischen Debatte überlassen. Wichtig ist, zu verstehen, dass es eben nur zwei grundlegende Tempora (Grundtempora) gibt (Past Tense und Present Tense), die durch die Aspekte weiter verändert werden können.
Neben den Aspekten, die Vorzeitigkeit oder Verlauf des fixierten Grundtempus angeben, gibt es noch das Will-Future bzw. Future-in-the-Past – beides “Futur-Formen” (“Zukunftsformen”), die Nachzeitigkeit zum fixierten Grundtempus ausdrücken. So wird für die Present Tense Gruppe das Will-Future zum Ausdruck der Nachzeitigkeit verwendet (vgl. 1d), für die Past Tense Gruppe das Future-in-the-Past (“would-Future”, vgl. 2d).
Wir haben jetzt die zwei Grundtempora mit ihren Simple-Formen in ihrer jeweiligen Tense Group durch verschiedene Aspekte (Progressive und Perfective) und die Zukunftsformen (Future bzw. Future-in-the-past) ergänzt, und erhalten damit die wichtigsten Tempora des Englischen.
Es folgt ein Schaubild zur Verdeutlichung der Present Tense Gruppe:

Die Present Tense Gruppe des Englischen: Simple Present, Present Perfect, Present Progressive, Will-Future und weitere Verlaufsformen.
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Selbiges Schaubild für die Past Tense Gruppe sieht dann wie folgt aus:

Die Past Tense Gruppe des Englischen: Past Simple, Past Perfect, Past Progressive, Future-in-the-Past und weitere Verlaufsformen.
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Doch die Sache ist damit noch längst nicht ausgesessen: Denn die Aspekte und Futur-Formen können auch noch in Kombination auftreten. Sie werden so zu extrem flexiblen und kombinationswilligen Modifikatoren. So gibt es u.a. noch
- eine Verlaufsform der Vorzeitigkeit der Gegenwart (das Present Perfect Progressive bzw. Present Perfect Continuous, vgl. 1e),
- eine Verlaufsform der Nachzeitigkeit der Gegenwart (das (Will-) Future Progressive bzw. (Will-) Future Continuous, vgl. 1f),
- eine Verlaufsform der Vorzeitigkeit der Vergangenheit (das Past Perfect Progressive bzw. Past Perfect Continuous, vgl. 2e),
- eine Verlaufsform der Nachzeitigkeit der Vergangenheit (das Future-in-the-Past Progressive bzw. Future-in-the-Past Continuous, vgl. 2f).
Damit hätten wir die einzelnen Tempora und Aspekte der Schaubilder beim Namen genannt. Darüber hinaus gibt es dann aber noch (und dies ist der Übersicht wegen nicht aus den Schaubildern ersichtlich) eine sogenannte Vorzeitigkeit der Nachzeitigkeit:
- für die Present Tense Gruppe ist dies das (Will-) Future Perfect (vgl. 1g),
- für die Past Tense Gruppe das Future-Perfect-in-the-Past (vgl. 2g).
1e We have been waiting for this day to come for so long.
1f We are sure we will be going home soon.
1g We hope we will have returned home by dusk.
2e We had been waiting for that day to come for so long.
2f We knew we would be going home soon.
2g We hoped we would have returned home by dusk.
Der aufmerksame Leser wird sich fragen: Kann ich die Vorzeitigkeit der Nachzeitigkeit der Gegenwart oder Vergangenheit nicht auch mit der Verlaufsform kombinieren? Ja, auch das ist möglich. Wir erhalten dann das Future-Perfect-in-the-Past Progressive bzw. Future-Perfect Progressive (vgl. 1h bzw. 2h):
1h We will have been using the last drops of gasoline by the time we reach home.
2h We would have been using the last drops of gasoline by the time we reached home.
Die wichtigsten Tempusformen hätten wir damit beisammen: zwei Grundtempora mit jeweils einer Simple und einer Futur-Form, dazu jeweils zwei Aspekte (Progressive und Perfective), die sowohl jeweils einzeln als auch in Kombination zusammen auftreten können, das macht acht Tempora je Grundtempus, also sechzehn Tempora insgesamt. Es sei noch einmal daran erinnert, dass wir hier von einem sehr breiten Begriff von “Tempus” ausgehen, der neben rein morphologischen Kriterien (Grundtempora) auch syntaktische Kriterien (z.B. Futur-Formen und Aspekte) mit einschließt.
Damit hätten wir zwar die Tempora das Englischen, aber immer noch nicht alle Verbformen besprochen, denn zu allem Überfluss gibt es auch noch Passiv-Formen aller hier vorgestellten Tempora. Aber die können hier getrost außer Acht gelassen werden, da sie nichts mit dem Tempussystem des Englischen zu tun haben.
Abschließend eine Tabelle der wichtigsten Tempora veranschaulicht am Verb to suffer – leiden:
| Tempus/Aspekt | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Present Tense Group | ||
| Present Simple |
I suffer you suffer he/she/it suffers |
we suffer you suffer they suffer |
| Present Progressive |
I am suffering you are suffering he/she/it is suffering |
we are suffering you are suffering they are suffering |
| Present Perfect |
I have suffered you have suffered he/she/it has suffered |
we have suffered you have suffered they have suffered |
| Present Perfect Progressive |
I have been suffering you have been suffering he/she/it has been suffering |
we have been suffering you have been suffering they have been sufferin |
| (Will-) Future |
I will suffer you will suffer he/she/it will suffer |
we will suffer you will suffer they will suffer |
| (Will-) Future Progressive |
I will be suffering you will be suffering he/she/it will be suffering |
we will be suffering you will be suffering they will be suffering |
| (Will-) Future Perfect |
I will have suffered you will have suffered he/she/it will have suffered |
we will have suffered you will have suffered they will have suffered |
| (Will-) Future Perfect Progressive |
I will have been suffering you will have been suffering he/she/it will have been suffering |
we will have been suffering you will have been suffering they will have been suffering |
| Past Tense Group | ||
| Past Simple |
I suffered you suffered he/she/it suffered |
we suffered you suffered they suffered |
| Past Progressive |
I was suffering you were suffering he/she/it was suffering |
we were suffering you were suffering they were suffering |
| Past Perfect |
I had suffered you had suffered he/she/it had suffered |
we had suffered you had suffered they had suffered |
| Past Perfect Progressive |
I had been suffering you had been suffering he/she/it had been suffering |
we had been suffering you had been suffering they had been suffering |
| Future-in-the-Past |
I would suffer you would suffer he/she/it would suffer |
we would suffer you would suffer they would suffer |
| Future-in-the-Past Progressive |
I would be suffering you would be suffering he/she/it would be suffering |
we would be suffering you would be suffering they would be suffering |
| Future-in-the-Past Perfect |
I would have suffered you would have suffered he/she/it would have suffered |
we would have suffered you would have suffered they would have suffered |
| Future-in-the-Past Perfect Progressive |
I would have been suffering you would have been suffering he/she/it would have been suffering |
we would have been suffering you would have been suffering they would have been suffering |
2. Allgemeines zum Gebrauch der Zeitformen (Tempora)
In diesem Kapitel soll erläutert werden, wie die einzelnen Tempora und Aspekte im Allgemeinen verwendet werden.
2.a. Das Verhältnis der Present Tense Group zur Past Tense Group
Past Tense und Present Tense Gruppen sind zwar zwei separate Tempussysteme zum Ausdruck unterschiedlicher zeitlicher Bedingungen einer Handlung, das heißt aber nicht, dass sie sich gegenseitig ausschließen. Im Gegenteil: In den meisten Fällen wird nämlich eine Kombination aus beiden Gruppen verwendet, um sowohl über gegenwärtige Handlungen mit Hilfe der Present Tense Gruppe zu berichten als auch auf bereits abgeschlossene Handlungen (mittles Past Tense) Bezug zu nehmen. Vergleiche dazu folgendes Beispiel:
1 Simon is a successful writer now. That’s really amazing because as a schoolboy he wanted to become a footballer.
Im ersten Satz des Beispiels 1 wird das Present Simple (grün markiert) verwendet, um auf die Gegenwart Bezug zu nehmen, die durch das Signalwort now angedeutet wird (das zu verwendende Grundtempus geht manchmal auch bloß aus dem Kontext hervor, so dass auf Signalwörter verzichtet werden kann). Im zweiten Satz des Beispiels wird dann auf das Past Simple zurückgegriffen (braun markiert), da es sich hierbei um eine Handlung in der abgeschlossenen Vergangenheit handelt (angedeutet durch as a schoolboy). Die Vergangenheit und Abgeschlossenheit der Handlung als Schuljunge kommt außerdem durch die Tatsache zum Ausdruck, dass Simons heutige Karriere nichts mit seinem Wunschberuf von damals zu tun hat.
2.b. Das Wechselspiel zwischen den Tempora und Aspekten
Das Beispiel 1 weiter oben verdeutlicht, wie die Present Tense und Past Tense Gruppen in Kombination miteinander auftreten können, um die zeitliche Abfolge von Handlungen und Ereignissen wiederzugeben.
Die zeitliche Abfolge ist so weit äußert überschaubar. Doch in den meisten Fällen bleibt es nicht bloß beim Gebrauch zweier Simple Forms. So komplex die äußeren (zeitlichen) Umstände einer Handlungskette sein können, so flexibel weiß das englische Tempussystem mit diesen Gegebenheiten umzugehen.
Das folgende (zugegebenermaßen fingierte) Beispiel soll das Wechselspiel mehrerer Tempusformen miteinander demonstrieren:
2a Simon is a very successful writer. He has written two bestsellers so far and is now working on his third book, which will be published by the end of the year.
2b Simon’s success story is a remarkable one. As a schoolboy he wanted to become a footballer. What a stark contrast to what he’s doing now, isn’t it? Then again, in kindergarten he had always thought he would follow in his dad’s footsteps and [would] become a pilot one day.
Im Beispiel 2a verbleiben wir ausschließlich im Present Tense. Die zeitliche Abfolge der Ereigniskette wird mit Hilfe der Simple-, Futur- und Aspektformen ermöglicht. Das Grundtempus wird im ersten Satz implizit fixiert. Implizit, da ein Signalwort wie today oder now fehlt. Aus dem Kontext kann der Leser allerdings ableiten, dass es sich um den momentanen Ist-Zustand des Subjekts, Simon, handeln muss, denn das Present Simple wird für derartige Zwecke verwendet.
Im zweiten Satz He has written… so far wird das Present Perfect verwendet, um auf vorzeitige Ereignisse Bezug zu nehmen. Das Present Perfect ist das Tempus der Wahl wenn es um vorzeitige Ereignisse geht, die einmal, keinmal oder beliebig oft aufgetretetn sind und deren genaues zeitliches Auftreten nicht näher genannt werden soll, kann oder nicht von Relevanz ist. Man beachte, dass jede zeitliche Angabe fehlt: es wird kein Datum und auch kein näherer “Umstands-Kontext” (z.B. when he was a child) genannt. Wichtig ist, dass etwas überhaupt eingetreten ist (oder auch nicht) und in der Gegenwart von besonderer Relevanz ist. Resultat und Relevanz für das verwendete Grundtempus (hier: Gegenwart) sind die entscheidenden Kriterien, weshalb der Perfective Aspect (hier: Present Perfect) auch treffend resultatives Perfekt genannt wird.
Man beachte auch den Ausdruck so far, der auf eine Zeitspanne Bezug nimmt, die in der Vorzeitigkeit angefangen hat und bis in die Gegenwart reicht. Hier wird die gegenwärtige Relevanz durch eine Art “Bilanzierung” direkt ersichtlich: das Resultat ist entscheidend, wichtig ist, dass etwas passiert ist, nicht aber wann genau. Ausdrücke wie so far sind hervorragende Auslöser für das Perfekt und werden auch Signalwörter genannt.
Die darauffolgende Verbform steht im Present Progressive, das immer dann Verwendung findet, wenn ein Ereignis ausgedrückt werden soll, das gerade im Moment (oder über eine gerade währende, überschaubare Periode) stattfindet. Das Present Progressive betont dabei die Dynamik der Handlung, weshalb es nur auf sogenannte dynamische Verben (nicht auf statische Verben) angewandt werden kann. Vergleiche dazu die Erläuterungen zum Present Progressive weiter unten.
Um das Beispiel 2a noch einmal aufzugreifen: Die letzte Verbform will be published, die im will-Future steht, bedarf noch einer kurzen Erläuterung. Das will-Future wird für Tätigkeiten verwendet, von denen man weiß, dass sie in der Zukunft geschehen werden (nicht jedoch logische Schlussfolgerungen oder persönliche Absichten und Pläne, vgl. hierzu das going to-Future). In der Regel hat der Sprecher dabei keinen direkten Einfluss auf das Geschehen, es findet unabhänging von seinem Willen statt. Einzige Ausnahme ist das spontante Treffen einer Entscheidung (s. weiter unten). Das will Future ist ebenfalls Teil der Present Tense Gruppe, zu welcher es Nachzeitigkeit andeutet.
2a … book, which will be published by the end of the year.
Damit hätten wir die gebräuchlichsten Tempora der Present Tense Gruppe besprochen. Die noch fehlenden Tempora und Aspekte (Present Perfect Progressive, Will-Future Progressive, Will-Future Perfect und Will-Future Perfect Progressive) werden weiter unten erläutert.
Der Übersicht halber folgt noch einmal unser Beispieltext (2a und 2b):
2a Simon is a very successful writer. He has written two bestsellers so far and is now working on his third book, which will be published by the end of the year.
2b Simon’s success story is a remarkable one. As a schoolboy he wanted to become a footballer. What a stark contrast to what he’s doing now, isn’t it? Then again, in kindergarten he had always thought he would follow in his dad’s footsteps and [would] become a pilot one day.
Der zweite Absatz beginnt im zweiten Satz mit einer zeitlichen Zäsur. Mit dem bisherigen Grundtempus (Present Tense) wird gebrochen und an seine Stelle tritt das Past Tense. Dieser Bruch im zeitlichen Rahmen deutet an, dass durch das Past Simple eingeleitete Handlungen in der Vergangenheit spielen und als dementsprechend abgeschlossen anzusehen sind. Die Zeit wird genau fixiert (as a schoolboy), was einen Wechsel zum Past Tense überhaupt erst möglich macht.
Dass zwischendurch wieder Kommentare im Present Tense folgen, ist durchaus nichts unübliches. Zwischen Past Tense und Present Tense kann beliebig gewechselt werden, um den Hergang des Geschehehen zu verdeutlichen. Wichtig ist, dass das Past Tense zeitlich fixiert und somit als eigenständiger (vergangener, abgeschlossenher) Zeitstrang in die Ereigniskette eingeführt worden ist.
Wir haben es jetzt also mit zwei verschiedenen Handlungen bzw. Grundtempora zu tun, Gegenwart und Vergangenheit, von denen die erste durch die Verwendung der Aspekte und Futur-Formen genauer spezifiziert wird. Selbiges geschieht nun auch mit dem zweiten Grundtempus: Mit in kindergarten wird auf eine Zeit zurückgegriffen, die dem Grundtempus Past Simple (As a schoolboy he wanted) wiederum vorausgegangen ist. Daher wird hier zum Past Perfect gegriffen, das Vorzeitigkeit zum Past Simple ausdrückt (vgl. auch den Wechsel zwischen Present Simple und Present Perfect in 2a).
Im letzten Satz schließlich wird aus dem Past Tense heraus auf zukünftige (also nachzeitige) Ereignisse zurückgegriffen, wodurch das Future-in-the-Past mit would zum Einsatz kommt.
Wir haben anhand dieses Beispiels gesehen, wie
- die Present Tense und Past Tense Gruppen miteinander kombiniert werden,
- die Aspekte und Futur-Formen zur Differenzierung des zeitlichen Ablaufs der einzelnen Handlungsketten in den jeweiligen Gruppen verwendet werden können,
- und schließlich, auf welch komplexe aber logische Weise das englische Tempussystem die zeitliche Versetzung von Ereignisketten zum Ausdruck bringt.
3. Überblick über den Gebrauch der einzelnen Zeitformen und Aspekte
In diesem Kapitel folgt eine Übersicht über den Gebrauch der einzelnen Tempora und Aspekte.
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3.a. Das Simple Present (Present Simple) und Present Progressive (Present Continuous)
Das Simple Present (bzw. Present Simple) ist eine der am häufigsten verwendeten Tempora des Englischen. Es drückt den Gegenwartsbezug oder die Allgemeingültigkeit einer Handlung aus und wird in folgenden Fällen verwendet:
- für allgemeine, immmer gültige oder permanente Zustände und Gegebenheiten (vgl. 1a),
- für allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten (vgl. 1b),
- für sich wiederholende Tätigkeiten, Fähigkeiten oder Gewohnheiten (vgl. 1c, 1d)
Darüber hinaus kann das Simple Present auch Zukunftsbedeutung haben (timetable future). In diesem Falle muss das Zukünftige allerdings durch eine äußere Institution oder einen Zeitplan geregelt und vorgegeben sein (vgl. 2):
1a Simon lives in Sheffield.
1b Water freezes at zero degrees.
1c Jemma always goes to sleep late.
1d She is a very good tennis player.
2a The train leaves at 10 a.m.
2b The play Macbeth starts at 8.15 p.m. and ends at approximately 10.30 p.m.
2c Our holidays begin next week and last four weeks.
Das Present Progressive (auch: Present Continuous) drückt den Verlauf einer Handlung aus und wird deshalb auch Verlaufsform genannt. Es wird in den folgenden Fällen gebraucht:
- um den gegenwärtigen Ablauf einer Handlung oder eines Ereignisses auszudrücken (vgl. 5a und 5b),
- um den gegenwärtigen Ablauf auch einer längerwährenden Periode auszudrücken, die bereits angefangen hat aber noch nicht beendet ist (vgl. 5c und 5d),
- um regelmäßig wiederkehrende und lästige Tätigkeiten auszudrücken (vgl. 5e und 5f).
Auch das Present Progressive kann zum Ausdruck einer zukünftigen Handlung verwendet werden, insbesondere
- wenn es um persönliche Vorhaben, Pläne oder Verabredungen geht, deren Zeitpunkt explizit (d.h. durch Zeitadverbien, vgl. 6a) oder implizit (d.h. durch den Kontext, vgl. 6b und 6c) genannt wird
- wenn es dabei um Tätigkeits- und Vorgangsverben geht (z.B. to start, to go, to come, vgl. 6b und 6c).
5a Sally is sleeping deeply.
5b My mum is doing the dishes right now.
5c The master of suspense fiction, Steven King, is working on a new novel.
5d I’m learning Spanish now.
5e My brother is always mocking at me.
5f Jason is going to bed ever so late.
6a My best friend Chris is having a party this Saturday.
6b We’re finally going to Spain!
6c Are you coming to Mallorca with us?
Die Verwendung des Present Progressive ist sogenannten dynamischen Verben vorbehalten. Es kann also nur bei Verben vorkommen, die eine dynamische Handlung ausdrücken (z.B. to eat, to sleep, to do). Statische Verben, also Verben, die statische Tätigkeiten ausdrücken (z.B. to believe, to have [besitzen]), können keine Progressive Form annehmen. Vergleiche dazu folgende Beispiele:
7a Joanne is reading a book.
7b Joanne is eating her lunch.
7c Joanne is believing in God.
7d Joanne is being a serious person.
7e Joanne is being serious.
8a Salma is having lunch.
8b Salma is having troubles breathing.
8c Salma is having enough money to buy a new car.
Die Dynamik von Verben (und die damit erlaubte Progressive Form des Verbes) kennzeichnet sich dadurch, dass die ausgedrückte Tätigkeit aktiv, wiederholt und bewusst ausgeführt werden kann. Dies trifft auf Verben wie to read und to eat (vgl. 7a bzw. 7b) zu, nicht jedoch auf to believe (7c) und to be a serious person (7d). Letztere sind statische Tätigkeiten, die nicht aktiv, bewusst oder wiederholt ausgeführt werden können und folgerichtig auch nicht im Progressive stehen können.
Der dynamische Gesichtspunkt von Tätigkeiten kann nicht durch den Gebrauch eines bestimmten Verbs allein festgemacht werden. Soll heißen: Man kann nicht sagen, dass to be nie im Progressive stehen kann. Es gibt durchaus einen Progressive Aspekt des Verbs. Die Dynamik entscheidet sich vielmehr im Gesamtspiel des Verbes im syntaktischen (d.h. auf seine Mitspieler und Objekte bezogenen) und semantischen Kontext. So tritt das Verb to be durchaus auch in dynamischer Funktion auf: In 7e soll damit ausgedrückt werden, dass Joanne gerade ernst ist oder ernst tut – was ihrem normalen Charakter widerspricht und hier als aktive, wiederholbare und bewusste Handlung interpretiert wird. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Beispielen in 8a bis 8c, in denen nur 8c das Verb to have in statischer Bedeutung ohne Progressive stehen kann.
3.b. Das Present Perfect und Present Perfect Progressive
Das Present Perfect (manchmal auch Simple Present Perfect Progressive genannt) ist eine der am häufigsten gebrauchten Zeiten des Englischen. Sein Gebrauch lässt sich im Groben wie folgt umreißen:
-
Resultatives Perfect: Zur Wiedergabe einer Handlung in der Vergangenheit, die aber aus dem Blickwinkel der Gegenwart betrachtet wird, nämlich unter Betrachtung ihrer Bedeutung für und Auswirkung auf die Gegenwart. Kurz: Das Ergebnis (Resultat) dieser Handlung ist entscheidend. Der genaue Zeitpunkt der Handlung ist nicht wichtig und wird nicht erwähnt (vgl. auch Past Simple). Hierzu gehören insbesondere:
- Handlungen, die einmal oder überhaupt stattgefunden haben; die betrachtete Zeitperiode wird häufig mit before, ever oder yet umschrieben (vgl. 1a, 1b und 1c),
- Handlungen, die über die betrachtete Zeitperiode gar nicht stattgefunden haben; die Zeitperiode wird häufig mit never oder not … yet umrissen (vgl. 1d bzw. 1e),
- Handlungen, die gerade eben erst stattgefunden haben und mit just oder only just zum Ausdruck kommen (vgl. 1f).
-
Kontinuatives Perfect statischer Verben: Zur Wiedergabe einer statischen Handlung (für dynamische Handlungen siehe Present Perfect Progressive), die in der Vergangenheit begonnen hat und noch andauert. Hierbei wird die Zeitspanne der Handlung betont (vgl. 2a). Insbesondere gilt:
- der Beginn der Zeitspanne wird meist durch eine Handlung im Simple Past markiert und mit since eingeleitet (vgl. 2b)
- die Zeitspanne kann ebenso mit in … days/weeks/months und for ausgedrückt werden (vgl. 2c bzw. 2d)
1a I know this man, I must have met him before.
1b Have you ever met my brother Joe?
1c Have you met him yet?
1d I have never been to London.
1e I haven’t been to Newcastle yet.
1f The multiplex has (only) just opened.
2a I have always had a particular liking of crime fiction.
2b She has been my best friend ever since I met her.
2c My grandfather has had three strokes in four weeks.
2d Sorry, I haven’t seen him for ages.
Das Present Perfect Progressive wird zum Ausdruck dynamischer Handlungen und Verben verwendet:
- Kontinuatives Perfect dynamischer Verben: Zur Wiedergabe einer dynamischen Handlung, die in der Vergangenheit begonnen hat und immer noch andauert (vgl. 3a). Auch hier wird die Zeitspanne der Handlung betont, die durch for und since zum Ausdruck kommen kann (vgl. 3b und 3c)
3a I’ve been waiting in line for three hours now.
3b I’ve been learning Spanish for two decades.
3b Tessa has been working since 7 a.m.
Wie im Falle des Present Progressive ist auch der Gebrauch des Present Perfect Progressive den sogenannten dynamischen Verben vorbehalten. Zur Unterscheidung zwischen statischen und dnyamischen Verben siehe den Eintrag zum Present Progressive.
3.c. Das will-Future und will-Future Progressive
Das will-Future (auch: Future Simple genannt) wird gebraucht, wenn aus dem Grundtempus der Gegenwart (Present Tense) heraus ein Bezug zur Zukunft hergestellt werden soll. Es wird insbesondere in folgenden Fällen gebraucht:
- für spontane Entschlüsse, die im Moment des Redens gefällt werden (vgl. 1a),
- für Tätigkeiten und Ereignisse (vgl. 1b), die in der Zukunft geschehen werden, die aber nicht den eigenen Entschlüssen, Absichten oder Plänen entspringen (vgl. going to-Future),
- für nicht näher begründete Vermutungen über die Zukunft (vgl. 1d)
1a Wait, I’ll help you with your suitcase.
1b Britney Spears will be on tour again in September.
1c Let me look up his address online, this won’t take long.
1d I supposed we’ll be in for a very cold winter this year.
Das will-Future Progressive (Future Progressive) wird verwendet, um
- über Ereignisse und Handlungen zu berichten, die zu einer bestimmten Zeit in der Zukunft stattfinden werden, d.h. im Verlauf begriffen sein werden (Verlaufsform, vgl. 2a),
- über Ereignisse und Handlungen zu berichten, die über eine bestimmte Zeitspanne in der Zukunft stattfinden werden (vgl. 2b),
- höflich und taktvoll nach Plänen oder Absichten Dritter zu fragen (vgl. 2c).
2a In exactly a week you’ll be lying on the beach drinking pina colada.
2b I’ll be staying four weeks, is that okay with you?
2c Will you be giving a speech on recent market trends in our meeting next week?
Wie im Falle des Present Progressive ist auch der Gebrauch des will-Future Progressive den sogenannten dynamischen Verben vorbehalten. Zur Unterscheidung zwischen statischen und dnyamischen Verben siehe den Eintrag zum Present Progressive.
3.d. Das Simple Past (Past Simple) und Past Progressive (Past Continuous)
Das Past Simple (auch: Simple Past) ist die Vergangenheitsform, die verwendet wird, wenn ein Ereignis oder eine Handlung als abgeschlossen und nicht in Bezug auf die Gegenwart gesehen wird (vgl. Present Perfect). Dieses Tempus wird typischerweise in Erzählungen und Romanen verwendet, oder auch wenn der genaue Zeitpunkt der Handlung entweder durch ein sogenanntes Signalwort (z.B. last week/year/Saturday, yesterday, three days/weeks/years ago) oder durch den Kontext (z.B: as a child…, at the young age of five…) gegeben ist.
Das Past Simple wird u.a. in folgenden Fällen verwendet:
- in Erzählungen, Märchen und Romanen (vgl. 1a)
- für Ereignisketten in der Vergangenheit (vgl. 1b)
- für Gewohnheiten und regelmäßig wiederkehrende Handlungen in der Vergangenheit (vgl. 1c)
1a It was a gloomy and fiercely cold night…
1b John took a sip from his coffee, opened the newspaper and put on his reading-glasses.
1c As a schoolboy, I often skipped classes and hid somewhere in the park.
Das Past Progressive (auch: Past Continuous) wird verwendet, um
- auf Handlungen und Ereignisse hinzuweisen, die während eines bestimmten Zeitpunkts oder einer Zeitperiode in der Vergangenheit gerade stattfanden oder im Verlauf waren (Verlaufsform, vgl. 2a, 2b),
- in Kombination mit dem Past Simple eine Hintergrundhandlung auszudrücken, die gerade im Verlauf war, als ein anderes Ereignis eingetreten ist (vgl. 2c).
2a At the time her son was born, Mary was working for a renowned New Yorker law firm.
2b What were you doing the day Michael Jackson died?
2c I was reading the newspaper when suddenly a bird smashed into the window pane.
Wie im Falle des Present Progressive ist auch der Gebrauch des Past Progressive den sogenannten dynamischen Verben vorbehalten. Zur Unterscheidung zwischen statischen und dnyamischen Verben siehe den Eintrag zum Present Progressive.
Nähere Informationen zum Past Simple und zum Gebrauch von Past Simple und Past Progressive findest du auf einer eigenständigen Grammatik-Seite.
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