Auf dieser Seite findest du viele hilfreiche Informationen zum Aufbau des mentalen Lexikons (deines Wortschatzes) und den daraus folgenden Rückschlüssen für erfolgreiches Lernen.
Inhaltsverzeichnis
1. Warum sollte ich mich mit dem Thema Wortschatz beschäftigen?
Zum Erlernen einer Fremdsprache reicht das bloße Lernen von Grammatik nicht aus. Wer die grammatischen Regeln des Englischen beherrscht aber nicht die richtigen Vokabeln findet, dem ist schließlich nicht geholfen.
Neben der regelmäßigen und intensiven Grammatikarbeit ist die Wortschatzarbeit daher mindestens ebenso wichtig. Dabei geht es nicht nur um das Lernen unbekannter Vokabeln, sondern insbesondere auch um das Trainieren und Erweitern deines bestehenden Wortschatzes.
Im Folgenden findest du daher ein paar Hinweise zum Lernen und Üben englischer Vokabeln. Viele Hinweise sind allgemeiner Natur und können auf beliebige Fremdsprachen erweitert werden.
2. Wortschatz – was ist das überhaupt?
Eine jede Sprache besteht aus kleineren Einheiten (z.B. Wörtern und Vokabeln), die mit Hilfe von Regeln zu größeren Einheiten (z.B. Satzteilen und Sätzen) zusammengefügt werden. Die Regeln, welche bestimmen, welche und auf welche Weise Einheiten zusammengefügt werden dürfen, werden allgemein Grammatik genannt. Dazu gehört im Englischen z.B. das Dritte Singular -s (she eats, he sleeps etc.) oder die Bildung des Simple Past. Die kleinen Einheiten, die mit Hilfe der Grammatik zusammengefügt werden, entstammen im Allgemeinen dem Wortschatz einer Sprache (der Fachmann spricht auch von Lexikon).
Wie nun ist der Wortschatz aufgebaut? Zunächst einmal enthält der Wortschatz alle Wörter, die mit Hilfe der Grammatik zu Sätzen zusammengefügt werden können. Diese Wörter nennst du in der Schule auch Vokabeln. Diese Vokabeln (den Wortschatz) kann man in Büchern niederschreiben, sogenannten Wörterbüchern. Wenn du dir einmal ein Wörterbuch aus deinem Regal anschaust, wirst du feststellen, dass es viele Einträge in alphabetisch geordneter Reihenfolge enthält. Diese Sortierung erleichtert dir das Auffinden eines gesuchten Wortes.
Wenn wir aber im Sinne des Lernens von Wortschatz reden, so meinen wir nicht das, das du als Wörterbuch kennst. Denn der Wortschatz in deinem Kopf (all jene Wörter, die du in deiner Muttersprache oder in einer beliebigen Fremdsprache kennst) ist zwar auch eine Art Wörterbuch, aber eben nur ein mentales Lexikon – so nennt der Fachmann das. Und das bedeutet, wie du sicher schnell feststellen kannst, dass dieses anders strukturiert ist als ein normales Wörterbuch aus deinem Regal.
Um dies zu veranschaulichen, kannst du folgenden Test machen: Beginnen wir mit einem beliebigen englischen Wort, z.B. animal. Schreibe nun in einer Minute alle Wörter auf, die alphabetisch auf animal folgen (z.B. answer, any, anyone usw.) Was stellst du fest? Wie viele Wörter sind die eingefallen? Vielleicht drei? Fünf? Wenn dir zehn eingefallen sind, ist das bereits eine klasse Leistung. Aber wenn du mal in das Wörterbuch aus deinem Regal (oder, alternativ, in dein Englisch-Schulbuch) schaust, wirst du feststellen, dass dort noch viel mehr Wörter aufgelistet sind – und viele davon kennst du, auch wenn sie dir gerade nicht eingefallen sind.
Genau dies ist der Beweis dafür, dass dein mentales Lexikon nicht so strukturiert ist wie das Wörterbuch, das du in Händen hältst. Das ist auch kein Problem, denn im Alltag wäre eine alphabetische Ordnung durchaus hinderlich. Warum sollte sich dein Gehirn daher die genaue alphabetische Reihenfolge der Wörter einprägen, wenn es diese Art von Sortierung gar nicht benötigt? Dem mentalen Lexikon liegt eine ganz andere Sturkturierung zugrunde – eine, welche dir beim Sprechen in alltäglichen Situationen hilft.
Wie genau diese Struktur aussieht, darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Man hat aber in Experimenten herausgefunden, dass das mentale Lexikon nicht bloß einer bestimmten Ordnung folgt, sondern seine Wörter nach mehreren Prinzipien und Sortierungen miteinander verknüpft sind. Eine derartige Verknüpfung ist z.B. thematischer Natur. Die Wörter in deinem Kopf sind thematisch miteinander verknüpft – also nach Themengebieten geordnet. Auch das lässt sich durch ein Experiment recht leicht nachvollziehen: Nehmen wir ein Wort, z.B. zoo (Zoo), nenne mir in einer Minuten so viele Wörter wie möglich, die irgendetwas mit dem Zoo zu tun haben, z.B. monkey, elephant, lion. Wie viele fallen dir wohl ein? Zehn? Fünfzehn? Zwanzig? Oder sogar noch mehr? Wenn du die Anzahl dieser Wörter mit der Anzahl vergleichst, die dir im vorherigen Experiment zu animal eingefallen sind, wirst du feststellen, dass dir diesmal weitaus mehr Wörter eingefallen sind. Genau das ist der Beweis dafür, dass dein Gehirn (dein mentales Lexikon) durchaus nach thematischen Gesichtspunkten funktioniert. Im Fachjargon wird diese Organisation deines Wortschatzes auch Wortfeld genannt.
Wir können aber noch eine andere strukturelle Eigenschaften finden. So könnten wir beliebige Adjektive (Eigenschaftswörter) nehmen, z.B. dark, tall, rich, und es wäre dir sicher ein Leichtes, in wenigen Sekunden die entgegengesetzten Adjektive zu nennen – z.B. bright zu dark, small zu tall usw. Dein Gehirn arbeitet also auch mit der Ordnung von Gegensätzen.
Wir haben jetzt schon zwei strukturelle Eigenschaften (“Sortierkriterien”) gefunden, nach denen dein mentaler Wortschatz zu funktionieren scheint. Aber darüber hinaus haben Wissenschaftler noch etliche weitere Kriterien gefunden, die wir jetzt nicht alle auflisten wollen.
Für uns ist es an dieser Stelle viel wichtiger zu fragen: Wie können mir diese Eigenschaften meines mentalen Lexikons helfen, meine Vokabeln besser zu lernen und zu behalten? Und genau dort setzt das folgende Kapitel an.
3. Welche Methoden können helfen, Vokabeln besser zu behalten?
Um dich in deiner Wortschatzarbeit zu unterstützen, sollen hier ein paar Methoden genannt werden, welche sich die strukturellen Eigenschaften deines mentalen Lexikons zu nutze machen, um dir das Merken und Einprägen von Vokabeln möglichst einfach zu machen.
Nicht alle diese Methoden sind ein Garant für deinen Erfolg. Bei deiner täglichen Übung wirst du auf Methoden stoßen, die dir gar nicht helfen, andere werden dich dafür um so mehr unterstützen. Wichtig ist, dass du möglichst viele Methoden ausprobierst und deine Favoriten findest, mit denen du dann täglich lernen und üben kannst.
4. Die Baustellen und Ziele der Wortschatzarbeit
Die Wortschatzarbeit erfolgt auf verschiedenen “Baustellen” und verfolgt verschiedene Ziele, darunter:
- die Erweiterung deines Vokabulars durch das Auffinden neuer, unbekannter Wörter und Vokabeln (Aneignung)
- das Üben und Trainieren bereits bekannter Vokabeln (Aktivierung)
- das, z.B. thematische, Verknüpfen von bereits gelernten Vokabeln (Assoziierung)
- die Verfeinerung deines bereits gelernten Vokabulars (Spezialisierung)
4.a. Aneignung neuer Vokabeln
Das Aneignen neuer Vokabeln geschieht am besten direkt aus fremdsprachlichen Medien heraus, d.h. beim Lesen englischer Zeitungen, Zeitschriften und Web-Seiten, beim Anschauen englischsprachiger Filme, Nachrichten und Serien, beim Sprechen mit englischsprachigen Freunden und Bekannten usw. Jede Situation, in der du mit der englischen Sprache konfrontiert wirst, kann dir helfen, deinen Wortschatz zu erweitern.
Dabei ist es ganz wichtig, dass du aktiv an deinem Wortschatz arbeitest: Es ist sehr hilfreich, wenn du neue, unbekannte Wörter notieren kannst. Halte dazu immer ein Papier (oder besser: einen Notizblock) und einen Stift bereit. Notiere die neuen Wörter, die du nicht kennst. Das geht z.B. sehr gut, wenn du englischsprachige Filme auf DVD schaust. In dem Falle schalte einfach die Untertitel (subtitles) ein. Im Internet, in Büchern oder Zeitschriften kannst du die neuen Wörter direkt notieren. Am besten schreibst du zu jedem notierten Wort einen oder mehrere Beispielsätze – das hilft dir dann beim Verstehen, Lernen und Trainieren des Wortes.
Am schwierigsten ist die Wortschatzarbeit in Gesprächen mit englischsprachigen Freunden und Bekannten. Denn da hörst du nur das unbekannte Wort und wirst es daher nicht notieren können. In dem Falle hilft es nur, deinen Gesprächspartner darum zu bitten, das Wort zu wiederholen oder ggf. zu buchstabieren. Natürlich kannst du das nicht bei jedem neuem Wort machen, aber hin und wieder wird dir dein Gesprächspartner sicher freundlich weiterhelfen können.
Hast du über den Tag verteilt einige Notizen gesammelt, ist es wichtig, dass du diese Notizen so aufbereitest, dass du sie lernen kannst. Für Vokabeln bietet sich das Lernen mittels Lernkarteien (Karteikarten) an. Dazu gibt es auch Software, welche dir beim Erstellen und Lernen deiner Karteikarten hilft (z.B. der VocProf Fremdsprachentrainer). Am besten, du notierst neben den eigentlichen Vokabeln auch die Beispielsätze auf separaten Karteikarten, so übst du auch gleich deren richtige Anwendung und wirst sicherer im Umgang mit ihnen.
Und noch ein Tipp für diejenigen, die gerne mit Computern, PDAs und SmartPhones arbeiten: In der Rubrik Lernsoftware: Notizen stelle ich Softwaretitel vor, welche das Notieren von authentischen Beispielsätzen, neuen Wörtern und Sprachschnipseln aller Art erleichtern.
4.b. Aktivierung des Wortschatzes: Üben und Trainieren bereits bekannter Vokabeln
Sicher ist es dir schon einmal passiert, dass dir die Übersetzung eines englischen Wortes nicht eingefallen ist, obwohl dir beim Blick ins Wörterbuch sofort klar war: Das Wort kanntest du doch. Dies ist ein Beweis dafür, dass du nur einen kleinen Teil der Wörter, die du tatsächlich kennst, auch verwendest. Man unterscheidet hier ganz gerne zwischen aktivem und passivem Wortschatz. Der aktive Wortschatz enthält all jene Vokabeln, die du beim Sprechen und Schreiben tatsächlich verwendest. Der passive Wortschatz enthält jene Wörter, die du beim Lesen und Hören verstehst. Es ist ganz natürlich, dass dein passiver Wortschatz viel größer ist als dein aktiver – was im Übrigen auch für deine Muttersprache zutrifft. Mit anderen Worten: Du verstehst immer viel mehr Wörter als du selbst in der Lage bist in deinen Äußerungen zu produzieren.
Das Aktivieren deiner bereits bekannten Vokabeln zielt darauf ab, möglichst viele Wörter aus dem passiven Wortschatz zu aktivieren, d.h. sie in den aktiven Wortschatz zu überführen. Ein weiteres Ziel besteht darin, deine Redegewandtheit (Eloquenz) zu steigern, indem du zu bereits aktivierten (also benutzten) Wörtern Alternativen (gleichbedeutende Wörter, Synonyme) suchst. Wie aber macht man das – Wörter aktivieren?
Es bieten sich auch hier verschiedene Möglichkeiten an. Eine Methode setzt wieder beim Lesen und Hören englischer Sprache an: Wenn du Wörter aufschnappst, die dir bereits bekannt sind, deren Verwendung du in deinen eigenen Äußerungen (Schrift und Sprache) aber für unwahrscheinlich hältst, notiere sie und bilde möglichst viele, möglichst authentische (echte) Beispielsätze. Schreibe diese Sätze auch wieder auf Karteikarten (oder verwende entsprechende Software, s.o.) und lerne und wiederhole sie. Nach einiger Zeit wirst du merken, wie sich dein aktiver Wortschatz erweitert, wie du zu gesuchten Wörtern plötzlich Alternativen (Synonyme) findest und sich dein Stil verbessert.
Eine andere Möglichkeit, Wörter zu aktivieren, besteht darin, diese in einsprachigen Wörterbüchern herauszusuchen und sich auf Karteikarten zu notieren, in welchen Wortkombinationen (genannt Kollokationen) und Wortfeldern diese vorkommen. Notiere die Beispielsätze und bilde eigene Beispiele zu interessanten Wörtern. Dabei wirst du auch auf Vokabeln und Kollokationen stoßen, die du bisher noch nicht kanntest. Auch diese kannst du gleich mit lernen. Im Blog findest du übrigens viele Übungen zu Kollokationen und zum Wortschatz.
4.c. Assoziieren von Wörtern
Auch das Assoziieren von Wörtern ist eine Methode, um sich einen eloquenteren Stil anzutrainieren. Hierzu eignen sich sehr gut thematische Wörterbücher, die du z.B. in deiner Schul- oder Uni-Bibliothek bekommst. (Siehe auch unsere Rubrik Literatur.) Thematische Wörterbücher sammeln Wörter nach Themenbereichen, wobei in einem guten Buch zu jedem Thema (z.B. beim Einkauf, Verkehr, im Hotel) möglichst viele thematisch verwandte Begriffe unterschiedlicher Wortarten inkl. ausführlicher Beispielsätze enthalten sein sollten. Unbekannte oder noch nicht hinreichend aktivierte Wörter kannst du dann in deine Lernkartei übernehmen – auch hier solltest du ebenfalls die Beispielsätze notieren bzw. weitere Beispielsätze erstellen.
Zum Assoziieren von Wörtern eignen sich neben der Lernkartei-Methode (alternativ – oder noch besser: ergänzend) auch sogenannte Mind-Maps, also visuelle Verknüpfungen von Schlagwörtern. Dazu kannst du ein Blatt Papier nehmen und in der Mitte ein Thema notieren (z.B. hotel). Dann schreibst du um dieses Wort all jene Wörter, die dir zum Thema einfallen, z.B. receptionist, suitcase, concierge, to book a hotel room, to valet a car, hotel chain. Wichtig ist auch hier, dass du Wörter möglichst unterschiedlicher Wortarten findest, dich also nicht nur auf einfache Substantive beschränkst. Ebenso wichtig ist, dass du Kollokationen (typische Wortkombinationen) dieser Wörter notierst. Falls du möchtest, kannst du auch diese Wörter wieder in Mind-Maps ordnen, indem du zum Hauptthema noch Unterthemen findest (z.B: Hotel > booking a room > concierge). Ist deine Mind-Map fertig, so kannst du sie umdrehen und nochmals das Hauptthema (hotel) notieren. Hast du mehrere solcher Maps angefertigt, kannst du sie der Reihe nach durchgehen. Lies dir die Themen auf der Rückseite durch und versuche, dich an möglichst viele der assoziierten Wörter zu erinnern. Drehe das Blatt dann um und überprüfe deine Antworten. Konzentriere dich jetzt auf jene Wörter und Phrasen, die dir nicht eingefallen sind und wiederhole sie intensiv, z.B. mit Lernkarteien.
Die Mind-Maps kannst du auch am Computer erstellen, z.B. mit den kostenlosen Programmen XMind und FreeMind (siehe auch die Rubrik Lernsoftware). So erstellte Maps lassen sich ganz leicht per E-Mail an Freunde und Mitschüler oder Kommilitonen verschicken.
4.d. Verfeinern des Vokabulars
Spätestens wenn es um deine Abschlussprüfungen, deine Berufsausbildung im Bereich Fremdsprachen oder dein Anglistik-Studium geht, wirst du nicht umhin kommen, dein Vokabular zu prüfen und zu verfeinern. Immer wieder wirst du dein Wissen kritisch hinterfragen müssen: Gebrauche ich dieses Wort in adäquater Bedeutung? Verstehe ich, wie sich jenes Wort von diesem abgrenzt? Derartige Fragen wirst du dir zuhauf stellen.
Bei der Beantwortung dieser Fragen kann dir aber spätestens jetzt nur noch ein einsprachiges Wörterbuch helfen. Jede Sprache ist einmalig und nur wer versteht, wie die Wörter in ihr gebraucht werden, kann sich in ihr verständigen. Dabei ist es gar nicht mal so wichtig, zu jedem Wort die passende deutsche Übersetzung zu kennen. Viel wichtiger ist es, sich ein Gefühl dafür anzueignen, wie sich die Wörter in der Fremdsprache voneinander abgrenzen, wie sie sich ergänzen oder wo zwei vermeintliche Synonyme dann doch noch etwaige Unterschiede ausmachen. Hast du das einmal begriffen, so wirst du bald merken, dass du Äußerungen formen kannst, deren Rückübersetzung ins Deutsche dir nicht immer gleich einfallen. Erst jetzt “denkst” und “sprichst” du ganz eigenständig in der Fremdsprache – und das ist ja das Ziel eines jeden Fremdsprachenlerners.
Dies alles ist aber nur möglich, wenn du ein Gefühl für das Englische entwickeltst. Und das geschieht am besten, indem du dich durch das Gelesene oder Gehörte dazu anregen lässt, (auch, und vielleicht gerade bekannte) Wörter im einsprachigen Wörterbuch nachzuschlagen, um dann doch noch die eine oder andere feinfühlige Eigenschaft, den kleinen Unterschied festzustellen.
4.e. Ganz wichtig: Geduld und Durchhaltevermögen
Eine Sache darfst du nie vergessen: Eine Fremdsprache zu beherrschen bedeutet, sie jeden Tag zu trainieren. Wie beim Muskel- und Körpertraining ist es wichtig, dass du regelmäßig trainierst und deine Vokabeln wiederholst. Jede Woche, die du nicht übst, verlierst du an Kompetenz – genau wie du beim Sport und Muskeltraining an Kondition und Form verlierst. Das paradoxe dabei ist: Je höher deine fremdsprachliche Kompetenz ist, desto stärker musst du dich anstrengen, um deinen Level zu erhalten. Noch schwieriger als das Erreichen eines bestimmten Levels ist also das Erhalten dieses.
Eine weitere Parallele zum Muskelaufbau besteht darin, dass du eine Menge Vorarbeit leisten musst, bis du endlich von deinem ständigen Üben und Trainieren profitieren wirst. Denn erst nach Wochen bis Monaten wird sich konsequente Vokabel- und Wortschatzarbeit bezahlt machen. Nämlich dann, wenn du entdeckst, wie schön es sich anfühlt, einmal schwer angeeignete und aktivierte Wörter zu verwenden, die eigene Eloquenz zu verbessern und vorher nicht gekannte Wörter und Phrasen plötzlich ohne Probleme verstehen zu können. Aber das Gefühl allein entschädigt für die ganze harte Arbeit!
5. Falsche Freunde: False Friends
Ein wichtiger Bereich der Wortschatzarbeit des Englischen sind die sogenannten False Friends: Wörter, die für vermeintliche Übersetzungsäquivalente gehalten werden, weil sie bestimmten Wörtern der Muttersprache ähnlich sind, aber teilweise oder völlig andere Bedeutung haben als das gesuchte Wort.
Ein klassischer Vertreter dieser Gattung ist das englische Wort handy, das häufig zur Übersetzung des deutschen Mobiltelefons (Handy) herhalten muss (vgl. 1a), aber eine ganz andere – wenn auch verwandte – Bedeutung hat (etwa handlich, nützlich, vgl. 1b):
1a Falsch: Can you give me your handy number, please?
Richtig: Can you give me your mobile phone number, please? [BE]
Richtig: Can you give me your cell phone number, please? [AE]
1b A first-aid kit is a handy tool in case of an accident.
Ein Erste-Hilfe-Kasten ist nützlich im Falle eines Unfalls.
Da False Friends eine große Fehlerquelle gerade bei Anfängern der englischen Sprache darstellen, wird Ihnen hier eine eigene Seite gewidmet. Diese enthält eine Liste der wichtigsten falschen Freunde sowie ein PDF-Download zum Ausdrucken und eine Online-Übung:
http://www.english-study.local/wortschatz/false_friends
6. Literatur und Links zum Thema Wortschatz und Vokabeln Lernen
Die folgenden Literaturangaben und Links geben weitere Hinweise zum Thema Wortschatz und Vokabeln Lernen.
-
Aitchison, Jean: Words in the Mind. An Introduction to the Mental Lexicon. Blackwell Publishers. 3. Auflage 2003.
Eine hervorragende Einführung in die Thematik. Leider nicht ganz günstig, aber in den meisten Uni-Bibliotheken vorhanden.
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de.wikipedia.org/wiki/Mentales_Lexikon
Wikipedia-Artikel zum Thema “mentales Lexikon”. Ein ausführlicher (und verständlicher) Einstieg in die Thematik. -
www.durch-lernen-zum-erfolg.de/Lerntechniken/Vokabelnlernen.htm
Die Betreiberin berichtet über ihre Hürden beim Vokabeln Lernen und welche Hilfsmittel sie für gut erachtet.
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